Es war der 16. April 2017, als eine gerade einmal 17-Jährige überraschend im Finale eines relativ großen WTA-Turniers in Biel, Schweiz, stand. Auf ihrem Weg dorthin hatte sie, ohne einen einzigen Satz abzugeben, bekannte Namen wie Kristyna Pliskova und Barbora Strycova besiegt und, als Krönung des Ganzen, im Finale auch noch Anett Kontaveit bezwungen. Der Name dieses damals 17-jährigen Talents war Marketa Vondrousova, Linkshänderin, geboren am 28. Juni 1999 in Sokolov, Tschechische Republik. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass diese Marketa Vondrousova einige Jahre später im legendären Wimbledon brillieren und den Titel holen würde.

Name: Marketa Vondrousova
Nationalität: Tschechisch
Geboren am: 28. Juni 1999
Tennishand: Links
Aktuelle WTA-Weltrangliste: 6

Marketa Vondrousova begann im Alter von vier Jahren mit dem Tennisspielen. Sport lag ihr im Blut: Sie lernte Tennis von ihrem Vater, David Vondrous, während ihre Mutter, Jindriska Anderlova, in Tschechien auf höchstem Niveau Volleyball spielte. Obwohl Vondrousova seit ihrer Kindheit ein Fan ihres Idols Roger Federer war, war zunächst nicht klar, welchen Sport sie ausüben würde. Schließlich entschied sie sich für Tennis und gegen Fußball. Der Grund? Marketa Vondrousova bevorzugte den individuellen Charakter, der mit Tennis verbunden ist.

Mit einem Schlag in die internationalen Top 100

Mit 15 Jahren zog die tschechische Spielerin allein nach Prag, um dort Tag für Tag auf höchstem Niveau zu trainieren. Dieser Schritt sollte sich später auszahlen. Vondrousova, die sich selbst als „ruhig“ und „gelassen“ beschreibt, gewann, wie bereits erwähnt, nur zwei Jahre später ihren ersten WTA-Grand-Slam-Titel und stieg von da an direkt in die Top 100 der Weltrangliste auf. Es war erst ihre zweite Teilnahme an einem WTA-Hauptfeld, und auch dank dieses Sieges konnte sie fortan an nahezu allen großen Turnieren, einschließlich der Grand Slams, teilnehmen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bei den großen Turnieren jedoch noch nicht wirklich ihr volles Potenzial ausgeschöpft. 2017 überstand sie die erste Runde der French Open, und 2018 schied sie nach einem Sieg unter anderem gegen ihre Landsfrau Kiki Bertens im Achtelfinale aus. 2019 folgte dann ein neuer Höhepunkt in Marketa Vondrousovas Karriere. Nach Siegen gegen Anastasia Potapova, Petra Martic und Johanna Konta erreichte sie entgegen aller Erwartungen das Finale der French Open. Ashleigh Barty war zwar in zwei Sätzen zu stark, doch zusammen mit den Finalteilnahmen in Budapest und Istanbul im selben Jahr erwies sich dies als Auftakt zu neuen Erfolgen für die 1,72 Meter große Tschechin. Nach diesem Jahr belegte Marketa Vondrousova Platz 16 der WTA-Weltrangliste.

Vondrousovas größte Erfolge

Nach einem etwas weniger erfolgreichen Jahr 2020 folgte 2021 der erhoffte Erfolg. Bei den Olympischen Spielen in Tokio stürmte Vondrousova bis ins Finale, wo sie sich schließlich in drei Sätzen gegen Belinda Bencic durchsetzte. Dennoch konnte sie mit ihrem Ergebnis in Tokio zufrieden sein: Sie gewann die Silbermedaille und besiegte dabei unter anderem Bertens, die japanische Lokalmatadorin Naomi Osaka, Paula Badosa und Elina Svitolina. Große Namen, die die damals erst 22-jährige Tschechin auf Hartplatz wohl unterschätzt hatten.

Der absolute Höhepunkt in der Karriere von Jan Hernychs Schülerin folgte zwei Jahre später in London, wo Marketa Vondrousova Wimbledon gewann. Es war kein leichter Weg: Vondrousova kämpfte 2022 mit Verletzungen, kehrte aber 2023 gestärkt zurück. In London besiegte sie unter anderem Veronika Kudermetova, Jessica Pegula und Svitolina, bevor sie im Finale auf Ons Jabeur traf. Auch die Tunesierin konnte der Tschechin nicht Paroli bieten, und so überraschte Marketa Vondrousovas Wimbledon-Sieg Freundinnen wie Rivalinnen. Er brachte ihr nicht nur einen prestigeträchtigen Titel und ein beträchtliches Preisgeld ein: Sie schaffte erstmals den Sprung unter die Top Ten der WTA-Weltrangliste und qualifizierte sich für die WTA Finals. Marketa Vondrousova belegt aktuell Platz 6 der WTA-Weltrangliste .

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