Obwohl das Damenturnier der Libéma Open 2023 mit namhaften Spielerinnen wie Titelverteidigerin Ekatarina Alexandrova, der ehemaligen Weltranglistenersten Viktoria Azarenka und der ehemaligen US-Open-Siegerin Bianca Andreescu aufwarten konnte, richtete sich die Aufmerksamkeit vor allem auf eine andere Spielerin. Venus Williams erhielt von den Organisatoren eine Wildcard und reiste nach Rosmalen, um mit 42 Jahren erstmals seit Januar wieder ein Top-Match zu bestreiten. Ein großer Erfolg für die Turnierveranstalter, die mit der ältesten der Williams-Schwestern eine siebenfache Grand-Slam-Siegerin gewinnen konnten. Zudem gewann Venus gemeinsam mit ihrer Schwester Serena Williams nicht weniger als drei olympische Goldmedaillen.

Erste Runde Venus Williams

Williams, die während des Turniers 43 Jahre alt wurde, hatte eine vergleichsweise günstige Auslosung und traf auf die Schweizerin Céline Naef, die sage und schreibe 25 Jahre jünger war. Williams, die inzwischen auf Weltranglistenplatz 701 abgerutscht ist, startete gut in das Match gegen die Schweizerin und gewann den ersten Satz recht schnell mit 6:3. Auch im zweiten Satz schien die Amerikanerin mit einer 4:2-Führung auf dem besten Weg zum Sieg, doch Naef kämpfte sich zurück und gewann den Tiebreak. Im dritten und entscheidenden Satz machte sich die Müdigkeit bei Williams bemerkbar, und so ging die junge Schweizerin schließlich als Siegerin vom Platz. Es war somit gleichzeitig das erste und letzte Match bei den Libéma Open 2023 für Williams, die unter den wachsamen Augen ihrer Schwester Serena frühzeitig ausschied.

Highlights Libéma Open 2023

Während Serena Williams bei den Libéma Open 2023 anwesend war, zogen Karolina Muchova und Elina Svitolina ihre Teilnahme am Turnier in Rosmalen zurück. Beide Spielerinnen waren bei den French Open 2023 weit gekommen und schafften es nicht mehr rechtzeitig zurück, um auf dem Rasen von Brabant zu glänzen. Dies galt auch für Lesley Pattinama-Kerkhove, die als einzige Niederländerin im Hauptfeld des Dameneinzels vertreten war. Sie traf auf die Australierin Kimberly Birrel (WTA-Rang 117), verlor das Match jedoch mit 6:1, 6:4. Die anderen niederländischen Teilnehmerinnen, die sich über die Qualifikation qualifiziert hatten – Anouk Koevermans, Eva Vedder, Lexie Stevens und Jasmijn Gimbrere –, verpassten den Einzug ins Hauptfeld.

Bei diesem Hauptturnier schied Alison Riske-Amritraj bereits in der ersten Runde aus – genau wie Williams und Pattinama-Kerkhove. Die ehemalige Siegerin von Rosmalen traf auf Veronika Kudermetova, musste aber verletzungsbedingt frühzeitig aufgeben. Die gesetzten Spielerinnen erreichten hingegen allesamt die nächste Runde. Azarenka gewann ihr Match gegen Natalija Stevanovic, Liudmila Samsonova war zu stark für Lena Papadakis, und Alexandrova besiegte ihre Landsfrau Evgeniya Rodina.

Azarenka muss frühzeitig zurücktreten

Azarenka gewann zwar ihr erstes Match in zwei Sätzen, doch die nächste Runde bedeutete das Aus für die erfahrene Belarussin. Die Weltranglisten-Neunzehnte traf auf Ashlyn Krueger (WTA-152), die mit Azarenka erstaunlich wenig Mühe hatte. Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten stand es 6:3/6:2, und das Aus für die an Nummer drei gesetzte Azarenka war besiegelt. Ebenfalls bemerkenswert war das frühe Ausscheiden von Andreescu, die als Sechste der Libéma Open 2023 gesetzt war. Andreescu hatte im ersten Satz ihres Duells mit Viktoria Hruncakova nicht weniger als neun Satzbälle, konnte aber keinen davon nutzen. Hruncakova verwandelte ihren ersten Satzball und gewann somit den ersten Satz im Tiebreak. Im zweiten Satz ging Andreescu mit 2:0 in Führung, verlor dann aber erneut den Faden. Anschließend ging der zweite Satz und damit das Match an Hruncakova (WTA-144) mit 6:3.

Hruncakova gewann anschließend ihr Match in der nächsten Runde gegen Krueger, während Kudermetova Naef im Viertelfinale souverän besiegte. Alexandrova hatte wenig Mühe mit Emina Bektas (WTA-150) und traf im Halbfinale auf Aliaksandra Sasnovich. Die Belarussin, die zuvor die an Nummer zwei gesetzte Samsonova ausgeschaltet hatte, konnte Alexandrova im Halbfinale jedoch nicht gefährden. Die Russin gewann ihr Match mit 6:1, 7:6 und qualifizierte sich damit für das Finale der Libéma Open 2023. Dort traf sie auf Kudermetova, die Hruncakova im Halbfinale mit 6:3, 6:2 besiegt hatte.

Libéma Open 2023 Finale

So kam es im Damenfinale der Libéma Open 2023 zwischen der topgesetzten Kudermetova und der Titelverteidigerin Alexandrova zu einem fast dreistündigen Kampf in Rosmalen. Den ersten Satz sicherte sich Kudermetova mit zwei Breaks zum 6:4-Sieg. Im darauffolgenden spannenden zweiten Satz gelang es Alexandrova, ihrer Gegnerin zweimal den Aufschlag abzunehmen und den Satz ebenfalls mit 6:4 zu gewinnen. Ein dritter Satz musste daher über den Sieg entscheiden und entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der schließlich fast eine Stunde und fünfzehn Minuten dauerte. Alexandrova hatte zuvor bereits zwei Matchbälle vergeben, konnte sich aber dennoch den Tiebreak sichern und den entscheidenden Satz mit 7:6 gewinnen. Damit verteidigte sie ihren Titel souverän und fügte ihrer Erfolgsliste den Gesamtsieg bei den Libéma Open 2023 hinzu.

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