Das WTA-1000-Turnier in Madrid erinnert die meisten niederländischen Tennisfans wohl an 2019, als ihre Landsfrau Kiki Bertens das prestigeträchtige Turnier für sich entscheiden konnte. Doch die Zeiten haben sich geändert: Bertens hat ihre Karriere beendet, und die Weltrangliste sieht heute ganz anders aus als vor vier Jahren. Die überwiegende Mehrheit der Top Ten ist für die Madrid Open 2023 gemeldet. Lediglich Ons Jabeur, die das Turnier 2022 gewann, musste aufgrund von Knieproblemen absagen und konnte ihren Titel daher nicht verteidigen.
Auch andere Top-Spielerinnen wie die Weltranglistenerste Iga Swiatek, die ehemalige Siegerin Aryna Sabalenka, Jessica Pegula (Finalistin des Vorjahres) und die dreimalige Turniersiegerin Petra Kvitova waren vertreten. Ebenso wie Arantxa Rus, die einzige niederländische Teilnehmerin des Turniers. Die 32-jährige Rus feierte in der ersten Runde einen beeindruckenden Sieg gegen Amanda Anisimova und zeigte auch in der zweiten Runde eine starke Leistung. Dort musste sie sich jedoch der Weltranglistenachten Maria Sakkari mit 6:4, 6:4 geschlagen geben.
Highlights Madrid Open 2023
Dass Rus in der zweiten Runde ausschied, war keine Schande, wie die Liste der anderen Spielerinnen zeigte, die in dieser Phase des Turniers ausschieden. Kvitova musste beispielsweise nach einer Niederlage gegen Jule Niemeier (WTA-74) sofort ihre Koffer packen, und auch für Victoria Azarenka endete das Turnier, nachdem sie gegen die relativ unbekannte Alycia Parks nicht bestehen konnte. Rybakina, die 2023 bereits mehrfach ihre gute Form unter Beweis gestellt hatte, schied ebenfalls in der zweiten Runde aus. Anna Kalinskaya (WTA-57) war in drei Sätzen zu stark für die Kasachin. Auch für andere gesetzte Spielerinnen wie Bianca Andreescu, Beatriz Haddad Maia und Donnan Vekic war in dieser Phase des Turniers Schluss.
In der nächsten Runde musste sich das Madrider Publikum auch von einigen etablierten Namen verabschieden. Coco Gauff erlitt eine demütigende Niederlage gegen Paula Badosa (6:3/6:0), und die Weltranglistenvierte Caroline Garcia verlor glatt in zwei Sätzen gegen Mayar Sherif. Die Ägypterin überraschte jedoch im Achtelfinale erneut, indem sie die Belgierin Elise Mertens ausschaltete. Swiatek schaffte es in dieser Runde, ins Viertelfinale einzuziehen. Die Polin gewann zwar knapp, aber mit Mühe gegen Ekatarina Aleksandrova und sicherte sich damit einen Platz im Viertelfinale. Dasselbe galt für Veronika Kudermetova, Irina-Camelia Begu, Sakkari, Sabalenka, Pegula und Petra Martic, die mit ihrem Sieg gegen Barbora Krejcikova für eine Überraschung sorgte.
Swiatek kennt keine Gnade
Das Viertelfinale bedeutete übrigens das Aus für Martic. Die Kroatin traf dort auf Swiatek, die keine Gnade kannte und ihrer Gegnerin eine deutliche 6:3/6:0-Niederlage beibrachte. Auch Sabalenka, die Weltranglistenzweite, erreichte das Halbfinale. Die Belarussin erholte sich nach einem schwachen ersten Satz (2:6-Niederlage) gegen Sherif und hatte in den beiden folgenden Sätzen wenig zu befürchten. Kudermetova (WTA-12) sorgte für eine Überraschung, indem sie die ehemalige Finalistin Pegula eliminierte. Sakkari kämpfte sich in drei Sätzen gegen die Rumänin Begu ins Halbfinale, sodass es im Halbfinale zu den Begegnungen Sabalenka-Sakkari und Swiatek-Kudermetova kam.
Während Martic im Viertelfinale drei Spiele gegen Swiatek gewinnen konnte, wurde es für ihre nächste Gegnerin, Kudermetova, im Halbfinale noch schmerzhafter. Swiatek fegte die Russin mit 6:1, 6:1 vom Platz, und nach achtzig Minuten Tennis hatte die 21-Jährige ihr Ticket fürs Finale sicher. Auch Sabalenka hatte im Halbfinale wenig Mühe mit ihrer Gegnerin. Sakkari hielt im ersten Satz (6:4) gut mit, konnte ihrer Gegnerin im zweiten Satz (1:6) aber nicht mehr ernsthafte Schwierigkeiten bereiten.
Finale der Madrid Open 2023
Swiatek und Sabalenka standen sich somit innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal im Finale gegenüber – die beiden hatten sich bereits im Finale von Stuttgart gegenübergestanden – was kaum verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass es sich um die Weltranglistenersten und -zweiten handelt. Swiatek hatte in diesem Jahr bereits die Turniere in Doha (Hartplatz) und Stuttgart (Sandplatz) gewonnen, während Sabalenka in Adelaide und bei den Australian Open (beide Hartplatz) die Nase vorn hatte. Der jüngste Sieg ging daher an die Polin, und es war sofort deutlich zu spüren, dass Sabalenka auf Revanche aus war. Die Belarussin spielte einen starken ersten Satz und gewann ihn mit 6:3.
Im zweiten Satz fand Swiatek ihren Rhythmus, schaffte sofort ein Break gegen Sabalenka und ging schnell mit 3:0 in Führung, um den Satz schließlich mit 6:3 zu gewinnen. Ein dritter Satz musste daher über die Siegerin dieses packenden Duells entscheiden. Sabalenka ging auch im dritten Satz schnell mit 3:0 in Führung, verlor dann aber ihr eigenes Aufschlagspiel, wodurch Swiatek zum 3:3 ausgleichen konnte. Doch am Ende behielt Sabalenka die Oberhand: Die Weltranglistenzweite gewann ihren eigenen Aufschlag, schaffte ein Break gegen Swiatek und jubelte schließlich, nachdem sie nach einem kräftezehrenden zweieinhalbstündigen Kampf ihren vierten Matchball verwandelt hatte. Mit diesem Sieg sicherte sich die 25-jährige Sabalenka ihren dritten WTA-Titel des Jahres 2023 und festigte ihre Position in der WTA-Weltrangliste.
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