Für eingefleischte Nadal-Fans war es bei den French Open 2023 eine Umstellung, denn zum ersten Mal seit 2005 fehlte Rafael Nadal im Teilnehmerfeld des Turniers in Paris. Der 14-fache Grand-Slam-Sieger laboriert noch immer an einer Verletzung und musste daher auf sein geliebtes Turnier verzichten. Auch Berrettini fehlte verletzungsbedingt, und der ehemalige Finalist Murray verzichtete auf die French Open 2023, um sich voll auf Wimbledon zu konzentrieren. Zudem musste Nick Kyrgios aufgrund einer Fußverletzung, die er sich Anfang des Monats bei einem bewaffneten Raubüberfall zugezogen hatte, das Turnier verpassen. Die gesamte Weltelite war dennoch vertreten, wobei Carlos Alcaraz natürlich als Topfavorit auf den Titel galt.

Niederländische Spieler bei den French Open

Von den Niederländern traten zwei im Einzel an: Tallon Griekspoor und Botic van de Zandschulp. Griekspoor tat sich in der ersten Runde gegen den spanischen Sandplatzspezialisten Pedro Martinez schwer, konnte sich aber nach einem deutlichen Satzverlust in zwei Sätzen zurückkämpfen und schließlich den Sieg erringen. Anschließend traf der Nordholländer auf den Polen Hubert Hurkacz, und dieses Duell entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Beim Stand von 2:1 für Griekspoor servierte sein Landsmann beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn, konnte den Sack aber nicht zumachen. Letztendlich zog Hurkacz (ATP-14) in die nächste Runde ein.

Highlights der French Open 2023

Für Botic van de Zandschulp endete das Turnier mit einer Enttäuschung. Der topgesetzte Niederländer traf auf den Argentinier Thiago Agustin Tirante, verlor aber in vier Sätzen und musste Paris vorzeitig verlassen. Van de Zandschulp war jedoch bei Weitem nicht der einzige gesetzte Spieler, für den die erste Runde gleich zu Beginn das Aus bedeutete. Ob es eine wirkliche Überraschung war, darüber lässt sich streiten, aber Tatsache bleibt, dass Felix Auger-Aliassime, der zu den Top Ten der Welt gehört, gegen den erfahrenen Italiener Fabio Fognini, die Nummer 130 der Welt, verlor. Jan-Lennard Struff, Finalist in Madrid kurz vor den French Open, schied ebenfalls in der ersten Runde gegen Jiri Lehecka aus, und auch für den ehemaligen Finalisten Dominic Thiem endete das Turnier in der ersten Runde.

Die größte Überraschung der ersten Runde war jedoch Thiago Seyboth-Wilds Sieg über Daniil Medvedev. Der brasilianische Weltranglisten-172. spielte das Match seines Lebens und bezwang seinen russischen Gegner (ATP-2) beeindruckend in fünf Sätzen. Dies geschah, nachdem Medvedev mit seinem Sieg bei der BNL d'Italia , eine Woche vor den French Open 2023, seine gute Form auf Sand wiedergefunden zu haben schien. Ein weiteres Highlight war der Sieg des erfahrenen Franzosen Gaël Monfils über Sebastian Baez. Monfils kehrte nach einer Verletzung zurück und musste sich gleich zu Beginn einem kräftezehrenden Fünf-Satz-Match gegen seinen argentinischen Gegner stellen. Im fünften Satz gelang Monfils ein beeindruckendes Comeback. Er lag zwischenzeitlich mit 0:4 zurück, konnte das Blatt aber noch wenden und den Satz – und damit das Match – mit 7:5 für sich entscheiden. Leider musste Monfils in der nächsten Runde verletzungsbedingt aufgeben.

Altmaier sorgt für die frühzeitige Eliminierung von Sinner

In der zweiten Runde gab es nur wenige Überraschungen, abgesehen von Daniel Altmaiers frühem Ausscheiden von Jannik Sinner. In einem fast fünfeinhalbstündigen Match (!) erwies sich der Deutsche als bemerkenswert stark für den talentierten Italiener. Die dritte Runde wurde unter anderem für Cameron Norrie (gegen Lorenzo Musetti), Taylor Fritz (gegen Francisco Cerundolo) und Andrey Rublev (gegen Lorenzo Sonego) zu einer Stolperfalle, während in der vierten Runde (Achtelfinale) alle Favoriten ihre Partien gewannen. Somit qualifizierten sich Novak Djokovic, Alcaraz, Casper Ruud, Stefanos Tsitispas, Holger Rune, Karen Khachanov und Alexander Zverev für die nächste Runde. Der prominenteste Name auf dieser Liste war Tomas Martin Etcheverry. Die Nummer 49 der Weltrangliste besiegte unter anderem Alex de Minaur, Borna Coric und Jack Draper und erreichte damit das Viertelfinale.

In diesen Viertelfinalspielen erwies sich Zverev als zu stark für Etcheverry, während Alcaraz Tsitsipas mühelos bezwang. Obwohl Djokovic gegen Khachanov einen Satz abgab, gewann er in vier Sätzen, und Ruud setzte sich im skandinavischen Duell gegen Rune durch. Als Ruud anschließend auch im Halbfinale gegen Zverev zu stark war, konnte sich der Norweger auf sein zweites Finale in Folge in Paris vorbereiten. Das andere Halbfinale zwischen Djokovic und Alcaraz versprach zunächst ein echter Krimi zu werden, endete aber aufgrund von Krämpfen beim Spanier mit einem enttäuschenden 6:3/5:7/6:1/6:1-Sieg für Djokovic.

Finale der French Open 2023

So kam es 2023 zum Finale der French Open zwischen Ruud und Djokovic. Ein pikantes Detail: Der Serbe konnte in diesem Finale seinen 23. Grand-Slam-Titel gewinnen und damit zum besten Tennisspieler aller Zeiten aufsteigen. Beide Spieler zeigten im ersten Satz eine starke Leistung, sodass der Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Djokovic behielt im Tiebreak die Oberhand (7:1) und schaffte es anschließend, Ruud im zweiten Satz schnell den Aufschlag abzunehmen und diesen kurz darauf ebenfalls mit 6:3 für sich zu entscheiden. Mit einer 3:0-Führung schien der dritte Satz zunächst an Ruud zu gehen, doch Djokovic gab nicht auf und gewann ihn schließlich mit 7:5. Damit gewann der Serbe nicht nur das Finale der French Open, sondern entthronte auch Alcaraz als Weltranglistenerster und wurde mit seinem 23. Grand-Slam-Titel zum erfolgreichsten Spieler aller Zeiten.

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