Wer regelmäßig Tennisspiele schaut, weiß, dass ein Tennismatch in jede Richtung verlaufen kann. Ein Match kann in Windeseile vorbei sein, aber es kann auch sehr lange dauern. Zudem kann es passieren, dass ein Tennisspiel schnell zugunsten von Spieler A entschieden scheint, bis Spieler B plötzlich seinen Rhythmus findet und das Spiel komplett dreht. Spiele, die sehr lange dauern oder bei denen Comebacks stattfinden, die niemand mehr hat kommen sehen, bleiben den Menschen oft lange im Gedächtnis. Sjeng Sports beleuchtet einige dieser „historischen“ Tennismatches und verrät dir die Details dazu!

Nadal gegen Medvedev (Finale Australian Open 2022)

Die echten Kenner werden sich zweifellos noch daran erinnern: das Finale der Australian Open 2022 zwischen Rafael Nadal und Daniil Medvedev. Nadal, seinerzeit mit 35 Jahren schon in einem fortgeschrittenen Alter, konnte während dieses Finales seine Rivalen Novak Djokovic und Roger Federer überflügeln, indem er seinen 21. Grand-Slam-Titel gewann. Auch für Medvedev stand viel auf dem Spiel, da er (nach den US Open 2021) zwei aufeinanderfolgende Grand-Slam-Turniere für sich entscheiden konnte. Lange Zeit sah es auch so aus, als würde der Titel in Melbourne an den großgewachsenen Russen gehen. Medvedev gewann die ersten beiden Sätze (6:2 und 7:6) und bekam im dritten Satz bei einer 3:2-Führung sogar drei Breakbälle. Doch Nadal hielt seinen Aufschlag, woraufhin es dem Spanier gelang, auch noch das Service seines Gegners zu breaken, und der Rest ist Geschichte. Der dritte, vierte und fünfte Satz gingen an Nadal, womit er nach über 5,5 Stunden Tennis derjenige war, der die Trophäe in die Höhe strecken durfte und auf diese Weise der erste Spieler mit sage und schreibe 21 (!) Grand-Slam-Titeln wurde.

Jimmy Connors gegen Mikael Pernfors (Wimbledon 1987)

Jimmy Connors und Mikael Pernfors sind etwas unbekanntere Namen in dieser Liste, aber auch sie haben ein Match gespielt, das vielen sicherlich lange im Gedächtnis geblieben ist. Während der vierten Runde von Wimbledon 1987 gingen sowohl der erste als auch der zweite Satz mit 6:1 an Pernfors, woraufhin der Schwede auch im dritten Satz mit 4:1 in Führung ging. Wahrscheinlich ahnst du es schon, denn Connors riss das Ruder im dritten Satz noch herum und schaffte es anschließend, auch den vierten und fünften Satz zu gewinnen. Auf diese Weise verbuchte er eines der bemerkenswertesten Comebacks in einem Tennismatch überhaupt. Der Amerikaner triumphierte schließlich mit 1:6/1:6/7:5/6:4/6:2 und schied bei diesem Turnier erst im Halbfinale aus, das er gegen den Australier Pat Cash verlor.

Ivan Lendl gegen John McEnroe (Finale Roland Garros 198 4)

Während des Finales von Roland Garros 1984 traten die damaligen Nummern eins und zwei der Welt, John McEnroe und Ivan Lendl, gegeneinander an. Der Amerikaner McEnroe überragte in jenem Jahr alle – er hatte eine Sieg-Niederlagen-Bilanz von 82:3 – und alle Zeichen standen für ihn auf Sieg, um auch Roland Garros 1984 für sich zu entscheiden. Niemand zweifelte daran, dass der Turniersieg an den Amerikaner gehen würde, erst recht nicht, nachdem er nach einer Stunde durch ein 6:2 und 6:3 eine 2:0-Satzführung herausgeholt hatte. McEnroe war jedoch dafür bekannt, sehr sprunghaft zu sein, und es brauchte nicht viel, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Genau das geschah: McEnroe wurde wütend wegen der Kopfhörer eines Kameramanns und daraufhin drehte sich das gesamte Spiel. Lendl gewann den dritten Satz mit 6:4 und sicherte sich anschließend auch Satz vier und fünf jeweils mit 7:5, sodass der Roland-Garros-Titel jenem Jahr zur großen Überraschung aller nicht an McEnroe, sondern an Lendl ging.

Tomas Berdych/Lukas Rosol gegen Stan Wawrinka/Marco Chiudinelli (Davis Cup 2013)

Doppelpartien werden nicht sehr oft im Fernsehen übertragen, sind aber dennoch äußerst unterhaltsam anzusehen. Das galt auch für das Davis-Cup-Duell zwischen dem tschechischen Duo Tomas Berdych und Lukas Rosol und den Schweizern Stan Wawrinka und Marco Chiudinelli. Wollte man das ganze Match sehen, musste man übrigens einiges an Zeit einplanen, denn die vier Herren standen sage und schreibe sieben Stunden und zwei Minuten auf dem Platz. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie ebenbürtig sich beide Duos waren. Der erste Satz ging an die Tschechen, der zweite an die Schweizer, Tschechien ging erneut in Führung und die Schweiz glich aus: Zeit für einen Entscheidungssatz also. Dass die Herren auch während dieses fünften Satzes noch auf Augenhöhe waren, zeigte sich am Endergebnis, denn es endete mit 24:22 (!) zugunsten der Tschechen. Pikantes Detail: Das Spiel endete mit einem Doppelfehler von Wawrinka, dem Mann, der bis heute auf hohem Niveau Tennis spielt.

John Isner gegen Nicolas Mahut (Wimbledon 2010)

Wenn du dachtest, sieben Stunden und zwei Minuten seien lang, dann hast du die Geschichte über das bizarre Match zwischen John Isner und Nicolas Mahut noch nicht gehört. In der ersten Runde von Wimbledon 2010 trafen der Amerikaner und der Franzose aufeinander und dieses Match sollte in die Geschichtsbücher eingehen. Nach sage und schreibe elf Stunden und fünf Minuten, einem Match, das sich über drei Tage erstreckte, ging Isner schließlich als Sieger vom Platz. Die ersten vier Sätze endeten mit 6:4, 3:6, 6:7 und 7:6, und der entscheidende fünfte Satz wurde mit acht Stunden und elf Minuten (!) der längste Satz, der je gespielt wurde. Es stand am Ende 70 zu 68 zugunsten von Isner. Insgesamt wurden während dieser Partie ganze 980 Punkte gespielt, und mit 113 Assen wurde ein weiterer Rekord vom langen Amerikaner aufgestellt. Übrigens wird dieser Rekord vorerst auch nicht mehr gebrochen werden: Heutzutage wird bei Grand-Slam-Turnieren bei einem Spielstand von 6:6 im fünften Satz ein Match-Tiebreak (ein Tiebreak bis 10 Punkte) gespielt.

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