Miami Open 2023 (Dameneinzel)

Wer vor dem Damenturnier bei den Miami Open 2023 die absolute Titelfavoritin benennen wollte, stand vor einer schwierigen Aufgabe. Nahezu die gesamte Weltspitze, mit Ausnahme der Weltranglistenersten Iga Swiatek, gehörte zum Teilnehmerfeld. Swiatek musste das Turnier aufgrund einer Verletzung absagen, doch ansonsten waren alle Top-Ten-Spielerinnen der WTA-Rangliste in Miami vertreten.

So konnten die in hervorragender Form befindlichen Elena Rybakina und Aryna Sabalenka zu den Favoritinnen gezählt werden, und auch andere Spitzenspielerinnen wie Coco Gauff (WTA-6) und Ons Jabeur (WTA-5) dürften sich dieses Turnier im Kalender markiert haben. Zudem standen ehemalige Finalistinnen des Turniers wie Bianca Andreescu, Jelena Ostapenko und Sloane Stephens auf der Teilnehmerliste, und auch die dreifache Siegerin Viktoria Azarenka war in Miami mit von der Partie. Die Weißrussin gewann das Turnier in den Jahren 2009, 2011 und 2016.

Highlights Miami Open 2023

In der ersten Runde gab es nur wenige Überraschungen zu verzeichnen. Dies lag natürlich daran, dass die meisten gesetzten Spielerinnen für diese Runde ein Freilos erhalten hatten und somit direkt in die zweite Runde eingezogen waren – eine Runde, die sich für die topgesetzten Spielerinnen als regelrechtes Schlachtfeld erwies. So gelang es der Belgierin Elise Mertens, die an Nummer acht gesetzte Daria Kasatkina zu schlagen, und Andreescu erwies sich als Stolperstein für Maria Sakkari, die an siebter Stelle gesetzt war. Zudem schieden Ons Jabeur und Caroline Garcia bereits in der zweiten Runde gegen Varvara Gracheva beziehungsweise Sorana Cirstea aus. Jabeur konnte in diesem Duell nur vier Spiele gewinnen, während Garcia fünf für sich entschied.

Auch in der dritten Runde der Miami Open 2023 musste sich das Turnier von einigen Titelanwärterinnen verabschieden. So musste Gauff sich Anastasia Potapova geschlagen geben, und Liudmila Samsonova gelang es nicht, gegen Qinwen Zheng zu gewinnen. Auch für die dreifache Siegerin Azarenka war das Turnier nach einer Niederlage gegen Magda Linette in der dritten Runde beendet. Abgesehen vom Sieg von Martina Trevisan über Ostapenko gab es im Achtelfinale kaum große Überraschungen. Somit nahm Trevisan gemeinsam mit Rybakina, Pegula, Potapova, Ekaterina Alexandrova, Petra Kvitova, Cirstea und Sabalenka ausschließlich große Namen mit in das Viertelfinale.

Cirstea sorgt für Sensation gegen Sabalenka

Während Trevisan zuvor im Turnier mit Siegen unter anderem über Claire Liu und Ostapenko beeindruckende Ergebnisse erzielt hatte, wurde die Italienerin im Viertelfinale von Rybakina mit 6:3, 6:0 förmlich überrollt. Des Weiteren gewannen Kvitova und Pegula ihre Partien gegen Alexandrova beziehungsweise Potapova, und die größte Überraschung leitete Cirstea ein, die die Weißrussin Sabalenka bezwingen konnte. Sabalenka, die in letzter Zeit Sieg an Sieg reihte, wurde von der Rumänin mit 6:4, 6:4 in zwei Sätzen ausgeschaltet.

Dies führte zu einem Halbfinale, in dem Cirstea gegen die erfahrene Kvitova antreten durfte, die zuvor in Miami nie über das Viertelfinale hinausgekommen war und damit bereits ihr bestes Ergebnis bei diesem Turnier erreicht hatte. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass der Halbfinaleinzug für die Tschechin noch nicht genug war, und mit einem 7:5, 6:4-Sieg sicherte sie sich einen Platz im Finale. Das andere Halbfinale bestritten die Kasachin Rybakina und Pegula aus den USA; dieses ging mit 7:6, 6:4 an die Erstgenannte, die sich somit – nach Indian Wells – erneut auf ein schönes Finale vorbereiten durfte, diesmal also gegen Kvitova.

Finale Miami Open 2023

Eine beachtliche Siegesserie also für Rybakina, die das besagte vorangegangene Finale in Indian Wells ebenfalls für sich entscheiden konnte. Der letzte Titel ihrer Gegnerin datierte aus dem Juni 2022, als Kvitova den WTA-Titel auf Rasen in Eastbourne gewann. Besonders der erste Satz dieses Finales war ein wahrer Leckerbissen, in dem sich die beiden Spielerinnen buchstäblich bis an ihre Grenzen trieben. Ein Tiebreak musste entscheiden, wer den ersten Satz für sich gewinnen würde, und nach insgesamt dreißig (!) Punkten – er endete 16:14 – holte sich Kvitova schließlich den ersten Satz. Von diesem Rückschlag erholte sich Rybakina nicht mehr, weshalb auch der zweite Satz – deutlich schneller – an die Tschechin ging: 6:2. Damit sicherte sie sich den Turniersieg und konnte ihren ersten WTA-Titel des Jahres 2023 verbuchen.

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