Obwohl Novak Djokovic und Rafael Nadal verletzungsbedingt nicht an den Madrid Open 2023 teilnehmen konnten, bot das prestigeträchtige Sandplatzturnier erneut zahlreiche Topstars. Titelverteidiger Carlos Alcaraz war die Nummer eins der Setzliste, und mit dem frischgebackenen Monte-Carlo-Masters-Sieger Andrey Rublev, Daniil Medvedev, Stefanos Tsitsipas und dem zweimaligen Madrid-Sieger Alexander Zverev gab es für den spanischen Superstar viele ernstzunehmende Konkurrenten. Auch Andy Murray war mit von der Partie. Der Brite hatte das ATP-1000-Turnier in Madrid bereits zweimal gewonnen und erhielt auch bei den Madrid Open 2023 wieder die Chance auf den Titel.
Neben den großen Namen aus den Top Ten der Weltrangliste standen auch zwei Niederländer auf der Meldeliste von Madrid. Tallon Griekspoor und Botic van de Zandschulp erreichten beide die zweite Runde nach einem Freilos , ohne einen einzigen Ball gespielt zu haben. Für beide Landsleute bedeutete dies jedoch leider das Aus. Griekspoor musste nach dem ersten Satz (6:7) gegen Jaume Munar aufgeben, während Aslan Karatsev für Van de Zandschulp zu stark war. Der Endstand lautete 6:2, 7:5 für den 29-jährigen Russen.
Highlights Madrid Open 2023
Zu diesem Zeitpunkt war der Argentinier Diego Schwartzman bereits ausgeschieden. Schwartzman, normalerweise stark auf Sand, konnte den Franzosen Hugo Grenier nicht bezwingen. Auch Murray musste sich in der ersten Runde geschlagen geben. In anderthalb Stunden erwies sich der Italiener Andrea Vavassori als zu stark und gewann 6:2, 7:6. Dass die Italiener bei den Madrid Open 2023 immer wieder für Überraschungen sorgten, zeigte sich eine Runde später. Der junge Mattei Arnaldi, 22 Jahre alt, gewann 6:4, 6:3 gegen den an Nummer drei gesetzten Sandplatzspezialisten Casper Ruud. Weitere namhafte Ausfälle in der zweiten Runde waren Denis Shapovalov (gegen Zhizhen Zhang), Lorenzo Musetti (gegen Yannick Hanfmann) und Felix Auger-Aliassime (gegen Dusan Lajovic).
In der dritten Runde schied Roberto Bautista-Agut aus dem Turnier aus. Der Spanier unterlag Karen Khachanov. Überraschenderweise schied auch Holger Rune in dieser Runde aus. In einem über dreistündigen Monstermatch erwies sich Alejandro Davidovich-Fokina als zu stark und gewann deutlich mit 7:6, 5:7, 7:6. Zudem verlor Frances Tiafoe (ATP-12) in zwei Sätzen gegen den relativ unbekannten Pedro Cachin (ATP-68). Nachdem Zhang bereits in der vorherigen Runde Shapovalov besiegt hatte, setzte sich der Chinese nun auch gegen Cameron Norrie durch (2:6, 7:6, 7:6).
Alcaraz macht Zverev zu Hackfleisch
In der vierten Runde, also im Achtelfinale, kam es bereits zur Neuauflage des Madrider Finales von 2022. Alcaraz traf auf Zverev. Wie schon im Vorjahr hatte Alcaraz den Deutschen mühelos besiegt, und auch diesmal gelang ihm dies. In einem einseitigen Duell deklassierte Alcaraz Zverev mit 6:1, 6:2 und stellte damit erneut seine starke Form unter Beweis. Auch Zhang blieb dank eines weiteren beeindruckenden Sieges (diesmal gegen Taylor Fritz) im Turnier, während die beiden topgesetzten Russen, Medvedev und Rublev, nicht so erfolgreich waren. Beide unterlagen in zwei Sätzen, und zwar jeweils gegen einen Landsmann: Karatsev bzw. Khachanov.
Die weiteren Viertelfinalisten waren Borna Coric, Tsitsipas und – bemerkenswerterweise – zwei Deutsche: Jan-Lennard Struff und Daniel Altmaier. Struff sorgte für eine Überraschung, indem er Tsitsipas in einem packenden Dreisatzmatch (7:6, 5:7, 6:3) bezwang, während Altmaiers Traum nach einer 3:6, 3:6-Niederlage gegen Coric endete. Karatsev beendete den Traum des Chinesen Zhang mit einem 7:6, 6:4-Sieg, und auch Alcaraz zog souverän ins Halbfinale ein. Der Spanier besiegte Khachanov mit 6:4, 7:5. Da Struff sein Halbfinale gegen Karatsev (4:6, 6:3, 6:4) gewann und Alcaraz Coric mit 6:4, 6:4 bezwang, wurde das Finale der Madrid Open 2023 zu einem rein spanisch-deutschen Duell.
Finale der Madrid Open 2023
Besonders beeindruckend war Struffs Finalteilnahme in Madrid. Der Deutsche war zwar zunächst in der Qualifikation ausgeschieden, durfte aber als sogenannter „ Lucky Loser “ teilnehmen und konnte sich mit Siegen unter anderem gegen Lorenzo Sonego, Tsitsipas und Karatsev durchsetzen. Damit schrieb er Geschichte, indem er als erster Lucky Loser überhaupt das Finale eines ATP-1000-Turniers erreichte. Alcaraz, der gerade zwanzig Jahre alt geworden war, hatte 2023 bereits die Turniere in Buenos Aires, Indian Wells und Barcelona gewonnen und kämpfte in diesem Finale um seinen vierten Titel des Jahres.
Wer jedoch dachte, dieses Finale würde für Alcaraz ein Spaziergang werden, irrte sich. Zwar gewann der Spanier den ersten Satz in seinem Heimatland mit 6:4, doch der zweite Satz ging an Struff (3:6). Im entscheidenden Satz gelang es Alcaraz jedoch, seinen Gegner schnell zu breaken, und nach rund zweieinhalb Stunden Tennis servierte er souverän zum Matchgewinn (6:4). Damit sicherte sich das Ausnahmetalent seinen vierten ATP-Titel des Jahres und gab seinem Ziel, die Weltrangliste anzuführen, einen weiteren Schub.
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